Olivia Kaiser

Text zur Rede, Dezember 2012 in der VBKÖ
von Christian Egger

UP AND DOWN AND UP
paintings

Ich darf nun versuchen im Rahmen der Eröffnung der Ausstellung UP AND DOWN AND UP
ein paar Worte und Einsichten über die Ausstellung und der darin gezeigten Arbeiten und ihren Künstlerinnen zu verlieren. Es könnte sich um eine hier noch mehr um das Soziale erweiterte Malerei-Ausstellung handeln, und wenn sich kein Einspruch regt, folglich die Frage aufdrängt: wie und ob überhaupt sich die gezeigte Malerei einzig über diesen thematisch behaupteten Überbau, dieser antiken Tugend „ Freundschaft“ bestimmen lässt. Warum das auch wieder nicht Intention sein will oder muss, und in jeder Arbeit, der hier versammelten malerischen Äußerungsakte, die Handschriften der einzelnen sichtbar sind, der Unterschied der drei größer und schwerwiegender ist, als der, der verwendeten Materialien oder bearbeiteten Themen und es sich zudem um eine Ausstellung abstrakter Bilder handelt.
Werden hier Absichten und Gesten einer möglichen Definition eines Gemeinsamen, darüber hinaus und bildunabhängig wirken können, den „ Problemzusammenhang“ Gemeinschaftsausstellung und die ihr zugrunde liegenden gemeinsam Entscheidungen und Überlegungen einerseits skizzieren, anderseits doch auch wieder verlassen können und naheliegende Erwähnungen von Rückgriffen auf abstrakten Realismus, das Informell, oder die Genealogie der Malerei selbst oder eine stets gerne geforderte, aktuelle Einschätzung ihres Status quo nebensächlich scheinen zu lassen?
Welches Interesse an Methode und Arbeitsweise des bzw. der anderen aus welchen Offenheiten in eigenem Werk und Person entsteht, auf welche formalen Belastungen des Zeitgenössischen man sich einigt und die eigene Malerei jenen wie aussetzt, auch nach erfolgter Erledigung wiederum eines eher medieninternen Projektes „ Malerei gegen Malerei“ ohne automatisch einer neuen Mystifikation von Referenzen und Traditionsanbindungen zuzuarbeiten, wenn diese wie hier in UP AND DOWN AND UP so scheinbar gar keine Hauptrolle spielen soll, gar als Thema abstrakt bleiben kann und eben nicht aus dem Medium hervorgehen muss? Eventuell gelingt es Matthias Buch, Olivia Kaiser, Katherina Olschbaur vor diesem Hintergrund und der Beschaffenheit jenes, dieser Auf und Ab´s, Stopps und Brüche auch jenes besondere Hin und Her zu unterstreichen im gemeinsamen Widerstreit um Gedanken, Ideen und formale Debatten. Also doch eher in der Benennung, im Zeigen und im Erkennen der Unterschiede in der Suche nach dem Ort, von dem aus wieder eine gemeinsame Position gedacht werden kann, und wie diese diskursive Situation, die Kunst und Künstlerinnen seit jeher mit produzieren, sich auch wieder anzueignen und für sich zurückzuverlangen ist, als Haltung und eine künstlerische Praxis der Wahrheit, die man wissen wird, wenn man sie wissen will. So meinen Matthias Buch, Olivia Kaiser, Katherina Olschbaur mit UP AND DOWN AND UP nur vielleicht genau dass und drücken einfach nur roher aus, dass am Ende einer verlorenen Bilderwelt eine wieder-gefundene Bilderwelt liegt, wie das Wirkliche am Ende des Abstrakten liegt, sich in einer Freundschaft erfahrungsgemäß vielmehr das Bekannte mit dem Unbekannten, das Trennende und das Vereinende, das Bewahrende und das über sich hinausgehen verbindet, und man das Resultat insgesamt und abschließend nicht ausschließlich zwar, aber doch auch Spaß nennen darf.

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